Cafe 1060 Wien
Ein verborgener Raum wird nutzbar.
In einem gewachsenen Cafe im 6. Bezirk in Wien wird ein bisher kaum zugängliches Souterrain neu aktiviert. Der Raum war über lange Zeit verborgen, nur eingeschränkt nutzbar und zuletzt vor allem Lagerfläche.
Das Entwurfskonzept entwickelt daraus einen offenen, wandelbaren Space für Veranstaltungen, Workshops, Lesungen, Ausstellungen und private Formate. Ziel ist nicht eine glatte Neugestaltung, sondern eine behutsame Erweiterung des bestehenden Ortes — mit seiner Geschichte, seiner Atmosphäre und seinem Betrieb.
© indigo / Bearbeitung
Ausgangslage
Das bestehende Cafe ist ein über Jahre gewachsener Ort mit eigener Atmosphäre, kultureller Prägung und vielschichtigen räumlichen Spuren. Die Kombination aus Gastronomie, Aufenthaltsqualität und kuratierten Objekten schafft einen Charakter, der nicht neu erfunden, sondern weitergeführt werden soll.
Im Souterrain befindet sich ein bislang kaum sichtbarer Teil dieses Ortes. Aufgrund schwieriger Zugänglichkeit wurde die Fläche früher extern genutzt und zuletzt vor allem als Lager verwendet. Gleichzeitig besitzt sie räumliche Qualitäten, die für neue Nutzungen aktiviert werden können.
Ansatz
Ziel ist die behutsame Aktivierung des Souterrains als flexibler Raum für unterschiedliche Formate. Der neue Space soll Workshops, Seminare, Ausstellungen, Lesungen, Vernissagen, kleine Konzerte, Pop-ups, private Veranstaltungen und weitere kulturelle oder soziale Nutzungen aufnehmen können.
Dafür braucht es vor allem eine neue, funktionierende Erschließung und eine belastbare Basisinfrastruktur. Die Aufgabe liegt darin, den Raum zugänglich, nutzbar und betrieblich sinnvoll zu machen, ohne den Charakter des bestehenden Ortes zu verlieren.
Die Bearbeitung setzt bei den vorhandenen Qualitäten des Bestands an. Statt den Raum vollständig neu zu überformen, werden minimalinvasive Maßnahmen vorgeschlagen, die Zugänglichkeit, Nutzbarkeit, Lagerung, Möblierung, Technik, Sanitär und Aufenthaltsqualität verbessern.
Aus einer Sammlung möglicher Nutzungen wurden fünf Settings abgeleitet: Open Space, Work Space, Art Space, Event Space und Flex Space. Diese Szenarien zeigen, wie derselbe bauliche Rahmen durch Möblierung, Licht, Stauraum und einfache Infrastruktur unterschiedlich genutzt werden kann.
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Ergebnis
Das Konzept macht aus einer schwer zugänglichen Lagerfläche einen nutzbaren, flexiblen Raum mit eigenständiger Identität. Die neue Erschließung, das Entree, die Breakout-Küche, Sanitärbereiche, Stauraum, Licht, Projektion und flexible Möblierung bilden die Grundlage für einen laufenden Betrieb mit unterschiedlichen Formaten.
Die Qualität des Projekts liegt nicht in einer großen Geste, sondern in der präzisen Abstimmung kleiner Eingriffe. Der Raum soll offen genug bleiben, um sich mit den künftigen Nutzungen weiterzuentwickeln — und zugleich robust genug sein, um im Alltag tatsächlich zu funktionieren.
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Erkenntnisse
Das Projekt zeigt, wie Bestandsräume durch Nutzung, Betrieb und Atmosphäre neu lesbar werden. Entscheidend ist nicht nur, was baulich möglich ist, sondern welche Formate ein Ort tragen kann und welche Infrastruktur dafür notwendig ist.
Für indigo ist das Projekt ein Beispiel für nutzungsgetriebene Entwicklung im Bestand. Ein bestehender Ort wird nicht ersetzt, sondern erweitert: durch bessere Zugänglichkeit, klare Betriebslogik, flexible Settings und ein Konzept, das den Charakter des Ortes ernst nimmt.
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Ort
Zeitraum
Status
Auftraggeber:in
Rolle
Beteiligte
Konstellation